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Vier Fragen zum Thema Schlaf:

1. Warum schlafen wir überhaupt?

2. Was ist die Ursache des Schlafens?

3. Ist schlafen notwendig?

4. Wie lange soll der Schlaf dauern?

1. Warum schlafen wir überhaupt?
Es gibt Überlieferungen, dass Schlaf (Hypnos) und Tod (Thanatos) Brüder seien.
Hiermit wird eine Vorstellung verbunden, dass der Schlaf einen partiellen Tod darstelle, während dessen die Seele am Abend aus dem Körper entfleuche und morgens wieder zurückkehre. Beim Tod dagegen verlässt die Seele den Körper für immer.
In der Tat, man muss sagen, dass der Übergang vom Wachsein zum Schlaf und beim Übergang vom Leben zum Tod sehr ähnliche Parallelen hat.

Auf die Frage „Warum wir schlafen“ gibt es Antworten nur in zwei Richtungen:
Erstens:   Schlaf bringt Erholung und stellt Arbeitsfähigkeit her. SCHLAF ENTMÜDET
Zweitens: Wir schlafen, weil es die Zeit erfordert. (SCHLAFENSZEIT!!)
Der Mensch wird müde, wenn seine „Zeit“ gekommen ist.
Aber es gibt auch Ausnahmen: z. B. man feiert (ohne Alkohol) und überschreitet „seine“ Zeit, allerdings bekommt dieser Mensch zwischen 2 und 4 Uhr den „toten Punkt“. Ist dieser Zeitpunkt überschritten, so hat man eine muntere Lebensphase ohne Schlafbedürfnis.
Der Folgetag wird mit hoher Leistungsfähigkeit vollbracht.

2. Zur Ursache des Schlafens gibt es eine Reihe von Theorien:

Auftanken im Schlaf  (Restitutionstheorie)

Sie besagt, dass die am Tag verbrauchte Energie in der Nacht wieder „aufgetankt“ wird.
Schlafmediziner Horne (England) sagt:
Wenn Regeneration stattfindet, ist sie nur auf das Gehirn beschränkt.
Nach zehntägigem Schlafentzug ist die körperliche Leistung nahezu uneingeschränkt. Ähnlich wie zu Beginn!
Die geistigen Leistungen sind dagegen stark vermindert.
Daraus ergab sich die folgende Faustregel:
Schlafen muss nur das Gehirn, der andere Teil des Körpers, d. h. alles was außerhalb ist, kann sich durch einfaches Ruhen erholen!

-Erinnerung an Schulungen: Mit der entspannten Lagerung (Sitzen im Sessel am Fernseher 75 KP – Druck –Nachemson) Flüssigkeitsaufnahme der Bandscheiben

Erholungstheorie
Man sagt, dass man an einem 24-Stunden Tag einmal ausruhen muss. Es soll die Aktivität des Verhaltens auf Umweltreize ausgeschaltet werden.
Der Schlaf schafft diese Situation und verhindert Überlastungen des Gehirns und des Körpers.

Adaptionstheorie
Sie geht auf entwicklungsgeschichtliche Betrachtungen des Menschen zurück. Die Urmenschen und ihre Lebensweisen haben bewiesen (bei Dunkelheit war nichts möglich), das die unproduktive Tätigkeit, welche die Nacht ihnen gebracht hat, ohne Anstrengungen und Gefahren überstanden wird.

Kompromisslösung lt. Horne
Imperativer und gewollter Schlaf
Der Schlaf sollte in zwei Formen unterteilt werden:

a) den unentbehrlichen oder Kernschlaf (imperativer Schlaf)
b) den fakultativen oder Füllschlaf (gewollter Schlaf)

Dieses Konzept kann den Kurz- aber auch Langschläfer, oder die Möglichkeit für den >Normalschläfer<, den Schlaf zu verkürzen oder zu verlängern, ohne weiteres mit einordnen.
(Auch Jahreszeitabhängige Schlafdauer).

Nobelpreisträger I.P. Pawlow
Schlaf, eine innere Hemmung des Gehirns
Dieser Wissenschaftler hat festgestellt, dass der Schlaf eine Ausstrahlung (Irradiation) der inneren Hemmung darstellt.
Die Tiefe des Schlafes ist seiner Meinung nach abhängig, auf welchen Bereich der Hirnrinde sich der Hemmungsprozess erstreckt. Der Übergang von Wachsein zu tiefem Schlaf wird seinerseits wie folgt charakterisiert:

Ausgleichsphase:
Sie wird als Alphaphase (Einschlafphase) bezeichnet. Starke und schwache Reize haben gleiche Reize auf das Nervensystem.

Paradoxe Phase
Dies ist die Betaphase (oberflächlicher Schlaf) in der durch starke Reize schwache Reaktionen und schwache Reize starke Reaktionen auslösen.

Ultraparadoxe Phase
Dies ist die Phase des mitteltiefen Schlafes, in der das Nervensystem nur auf schwache Reize reagiert. Starke Reize werden nicht mehr beantwortet.

Hypnotische Phase
Dies ist der tiefe Schlaf. Keine Reize mehr auf äußere Reize.

Dies sind nur zwei Versionen und wie wir feststellen können, gibt es diverse unterschiedliche Erkenntnisse zum Thema „warum schlafen wir?  

Über eins ist man sich allerdings sicher:


3. Der Schlaf wird benötigt
Ohne Schlaf ist die Gesundheit und das Leben gefährdet. Ein Mensch kann ohne Schlaf über längere Zeit nicht lebensfähg bleiben. Aussagen über längerfristigen ununterbrochenen Entzug von Schlaf und den damit verbundenen gesundheitlichen Schäden sind sehr unterschiedlich. Teils werden über 200 Stunden angegeben.

Es gibt einen 17jährigen aus Amerika, der angeblich 264 Stunden Wachsein durchgehalten haben soll. 11 Tage ohne körperliche und geistige Anstrengung. Normale Funktionen des Körpers waren gestört und es dauerte längere Zeit, diese Störungen wieder herzustellen.

Totale Schlaflosigkeit dieser Art gibt es nur in Experimenten.

Unter normalen Umständen holt sich der Organismus die Minimalmenge an Schlaf, die er benötigt.
Totaler Schlafentzug für eine Nacht, führt nicht zu einem Leistungsabfall am nächsten Tag.
Bei zwei Nächten stellt man Erschöpfungszustände fest, bei weiterem Entzug verstärkt sich das beträchtlich!

Dies sind Angaben aus Laboratorien. Es gibt auch Ergebnisse die sagen, dass Helfer in Katastropheneinsätzen 48 Stunden im Einsatz waren, ohne dass sie Müdigkeit feststellten. Der Schlaf kam aber mit voller Kraft nach Beendigung der Tätigkeit.
Das imperative (unentbehrlich/Kernschlaf) Schlafbedürfnis ist also gesetzmäßig!!!

4. Wie lange soll der Schlaf dauern?
Es ist allgemein verbreitet, dass sich jeder Mensch seine individuelle Schlafmenge holt, die er unbedingt benötigt.
Was darunter liegt, wird als Schlafstörung oder Schlaflosigkeit bezeichnet!
Ein Mensch, der von sich den Eindruck hat, dass er keinen oder nicht genügenden Schlaf findet, leidet unter Schlaflosigkeit (R.F. Schmidt, Uni Kiel)!
D. h. wer acht Stunden schläft, aber meint, er brauche zehn, leidet ebenso unter Schlaflosigkeit wie jemand, der fünf oder sechs Stunden schläft und mit sieben oder acht zufrieden wäre.
Die Schlafdauer war bislang das wichtigste Kriterium zur Wertung der Schlafqualität.
Schlafmittel (Hypnotika) verlängern nur den Schlaf!

Es gibt in der heutigen Forschung keine Anhaltszahlen, wie viel Schlaf man mindestens pro Nacht benötigt. 
Festgestellt wurde, das bei gesunden Menschen und normalen Arbeitszeiten, die Nacht zum Samstag die beste und die Nacht zum Montag die schlechteste Schlafqualität aufweist.

Unter den Gesunden werden drei Gruppierungen bezüglich der Schlafdauer vorgenommen:

Kurzschläfer                  < 6 Stunden Schlaf / Nacht
Mittellangschläfer      6 < 9 Stunden Schlaf / Nacht 
Langschläfer                  > 9 Stunden Schlaf / Nacht

Internationale Zahlen der erwachsenen Menschen ergaben folgende Anteile der Schlafzeiten:
Kurzschläfer                    20 % der Menschen
Mittellangschläfer           65 % der Menschen
Langschläfer                   15 % der Menschen

Es gab eine Untersuchung von 1000 Personen in Berlin und Zerbst (Kreisstadt) zur Ermittlung der Schlafdauer

                                      Berlin                            Zerbst

Kurzschläfer                    21,8 %                         16,0 %
Mittellangschläfer            67,0 %                         75,7 %
Langschläfer                   11,2 %                           8,3 %

Fazit:
Kurz- und Langschläfer liegen in Zerbst unter den internationalen Mittelwerten, während die Mittellangschläfer darüber liegen.

Offensichtlich sind diese Differenzen aus der Lebensweise zwischen Menschen in Groß- oder Kleinstädten abzuleiten.
Möglicherweise lässt sich die weitverbreitet angestrebte Schlafnorm (acht Stunden) in einer Kleinstadt besser als in einer Großstadt realisieren.

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